Da kann ich mich noch gut an die Zeiten erinnern, in denen das Kommentieren nur über ein eingefügtes Gästebuch möglich war.
Damals wie heute habe ich mich über jeden Eintrag mehr als gefreut. Ich wurde gelesen, man nahm teil an dem was ich schrieb, schrieb zurück und manche Bekanntschaft, die über das www. hinausging wurde geschlossen.


Nun führe ich seit ein paar Jahren ein Strickblog - meine privaten Seiten sind gelöscht oder ruhen - die Zeiten ändern sich eben.
Das Gästebuch wurde durch eine Kommentarfunktion ersetzt und macht alles ein wenig leichter aber auch schneller, vielleicht auch ein wenig unpersönlicher.

Fast täglich schaue ich durch einige Blogs und freue mich über die neuen Einträge.
Hole mir Anregungen und Tipps, bewundere manches neue Layout oder die fototechnische Darstellung der fertigen Stricksachen.
Mann/Frau kann eben viel mehr als nur mit Wolle, Farben und Nadeln umgehen!

Wir teilen unser Hobby, teilen uns mit und nehmen Anteil.
Soweit, so gut!

Gehe ich davon aus, dass alle anderen Strickerinnen genauso stolz auf ihre neuen Werke oder Neufärbungen sind wie ich, dann freuen sie sich eben auch über einen dementsprechenden Kommentar!
Nur, da geht mir langsam die Luft aus. Schön, schöner am schönsten, toll, wow, genial, zauberhaft, gibt es noch Steigerungen?


Jeder neue Wollzugang braucht seine Streicheleinheiten, weil es kaum hässliche Wolle gibt, wie es für meine Augen auch kaum hässliche Socken gibt.
So könnte ich am Tag einfach nur 10x "schön" schreiben - nicht nur weil mir nichts Besseres einfällt, sondern eben weil ich es so empfinde.

Reicht das? Wäre weniger mehr?

Kommentiert man noch bei mir, wenn ich nicht auch kommentiere?
Ich mag es nicht beurteilen.


Wir alle schreiben unsere Blogs nicht nur für uns ganz allein, es ist auch nicht der Sinn so einer Seite im www.
Wir alle brauchen auch den Zuspruch, das Interesse an unserem Tun und Handeln und das drückt sich eben nicht nur in den vorhandenen Zahlen der Besucherstatistik aus.

So darf ich wohl sagen, dass ich hier sehr viele persönliche Kommentare erhalte, die viel mehr sind als nur schön! Dafür sage ich auf diesem Wege einmal Danke.

Ich selber weiß, wie viel Zeit es kostet, manchmal die richtigen Worte zu finden.
Und ein ganz besonderer Dank geht einmal an die vielen Leserinnen, die hier nicht oder selten kommentieren, die aber ganz regelmäßig vorbeischauen.

So und nun gehe ich auf meine Blogrunde und hoffe, die richtigen Worte zu finden.